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Zahlen und Fakten über den FSV Schleiz 21.05.2012 - 03:39 Uhr

Die anfänglichen Zeiten

Der Schleizer Fußball beginnt im Jahre 1910. In diesem Jahr siedelte der Zahnarzt Wilfried von Stein aus Hannover nach Schleiz. Dieser fußballverrückte Mann wob innerhalb kürzester Zeit ein Netz voller Gleichgesinnter in Schleiz und gründete im Februar 1911 den ersten Fußballverein namens FC (Fußball Club) Schleiz.

Das damalige Schleiz mit seinem biederen Bürgertum  reagierte anfänglich empört auf diese dynamische Entwicklung. So stritt man auch vehement um eine Spielstätte.  Erst nach langen Verhandlungen genehmigte die Stadt, dass man die damalige Stadtwiese benutzen durfte. Im ersten Spiel des FC Schleiz lief man in den Farben  schwarz-gelb auf.

Ab Oktober 1911 schossen in Schleiz  weitere Fußballvereine wie Pilze aus dem Erdboden. Fortuna, Edelweiß, Wacker oder Jugendkraft um nur einige von ihnen zu nennen.  Auf Grund dieser Entwicklung, dem damit verbundenen Abwerben der Spieler sowie Geldmangel, löste sich der FC Schleiz und einige der anderen Vereine wieder auf.

Anfang 1913 blieben nur Fortuna und die Sportfreunde übrig. Im weiteren Verlaufe des Jahres wurde dann im Juli unter Leitung von Carl Launer der Verein FC Schleiz 1913 gegründet, der zu großen Teilen auch aus den Sportfreunden bestand. Auch diese Konstellation stand unter keinen rosigen Vorzeichen, sodass eine Vereinigung der beiden Fußballclubs (FC Schleiz 1913 u. Fortuna) vorangetrieben wurde. 

In der stürmisch geführten Sitzung, in der jeder der Vereine die Beibehaltung des eigenen Namens durchsetzen wollte, einigte man sich letztendlich auf den Namensvorschlag Martin Thrums und es begann die Zeit des  „FC Reuß Schleiz“.  

1914 lösten sich auch die Sportfreunde auf und der 1. Weltkrieg beendete dann die Entwicklung des einzig verbliebenen Vereins, des FC Reus Schleiz.

 

Nachkriegszeit

Im September 1919 kam es zur Wiederaufnahme der fußballerischen Aktivitäten. Viele gefallene Aktive des Vereins (FC Reus Schleiz) sowie die gesperrte Stadtwiese bereiteten dabei große Schwierigkeiten.

Im April 1920 wurde der damalige „Städtische Sport –und Fußballplatz“ bei den Auwiesen zur Verfügung gestellt. Ein schlechter Fang, war das Gelände doch sumpfig und uneben. Diesen Platz musste man 16 Jahre benutzen. Aber auch andere Vereine hatten mit ihren Plätzen zu kämpfen. Bei Eintracht Plauen verlief ein Gehweg über das Spielfeld, welchen man  auch während des Spiels benutzte. In Tanna hingegen standen Bäume auf dem Platz, die umspielt werden mussten.  In dieser Zeit begann man mit der Ausbildung erster Jugendmannschaften und Schiedsrichter, vornehmlich unter Einflussnahme von Hans Eismann und Otto Schröpfer.

 

Sportplatzgeschichten

Am 3. Marz 1934 wird der Bau einer neuen Anlage am Fasanengarten beschlossen. Martin Thrum, einer der legendären Fußballväter in Schleiz, kaufte das dafür vorgesehen Gelände von der Fürstlichen Kammer Gera und stellte es seinen Vereinskameraden kostenlos zur Verfügung. Zwei Jahre später, in denen man 17000 Arbeitsstunden leistete, waren die Arbeiten am Gelände abgeschlossen.

So kam es dann am 23. August 1936 zur Platzweihe.  Spielpartner im damaligen Einweihungsspiel war der 1. FC Nürnberg, damals mit Nationaltorhüter Heiner Stuhlfauth im Tor. Diesem Spiel wohnten damals 3000 Zuschauer bei.

 

Nachkriegszeit 2. Weltkrieg

Am 16. April 1945 rückten die Amerikaner in Schleiz ein und einen Tag später, am 17. April 1945 wurden die Tore auf dem Sportplatz niedergerissen und es entstand ein Baseballfeld, was den Schleizern überhaupt nicht  schmeckte.  Doch schon zwei Monate später, als die Russen das Gebiet besetzten, wurde wieder Fußball gespielt - vorbei war die kurze Zeit des Baseballs.

Aus dem FC Reuß Schleiz wurde dann am 22. Mai 1947 die Sportgemeinschaft Schleiz, aus der sich dann die BSG Schleiz formierte. Bedeutende Aktive dieser Zeit im Organisatorischen wie im Spielbetrieb waren K. Brendel, M. Thrum, O. Schröpfer oder P. Grimm.

Im Jahre 1947 standen bereits 7 Mannschaften im Spielbetrieb, gemessen wurde sich hauptsachlich im Altkreis Scheiz.  Größte sportliche Rivalen damaliger Zeit waren Wurzbach oder Blankenstein.

1953 gelang unter Trainer Brans der Aufstieg in die Bezirksklasse und 1957 der Aufstieg in die Bezirksliga. Die Spiele der Schleizer Mannschaft lockten damals im Schnitt 800-1000 Mann an, eine Zuschauerschnitt von dem heut nur geträumt werden darf. Neben dem regulären Fußballverein gab es in Schleiz für einige Jahre zudem eine Polizeimannschaft mit dem Namen Dynamo.

Als  das überalterte Bezirksligateam abstieg, befand man sich in einer Umbruchphase.  1973/74 schaffte man noch einmal den Aufstieg in die Bezirksliga. Jedoch reichte die Spielstärke nicht aus.

1980 wurde die BSG Schleiz nach dem neuen Trägerbetrieb in BSG Glaswerk Schleiz umbenannt. Erster Trainer war Heinz Tens. Sein Nachfolger  Klaus Fischer verjüngte das Team auf ein Durchschnittsalter von nur 21,2 Jahren. Das unerfahrene Team stand anfangs noch nah am Abstieg der Bezirksklasse, fing sich aber und spielte munter mit. Dann übernahm M. Wyrobczyk  und wollte die Mannschaft zum Aufstieg führen.

1988 feierte man das 75jährige Jubiläum des Schleizer Fußballs.

1996 kam es zu einem weiteren Jubiläum. 60 Jahre Schleizer Fußballplatz am Fasanengarten. 
Wie 1936 rollte eine Woche lang der Ball und den Höhepunkt bildete wie damals das Spiel der Altherren Schleiz gegen den 1. FC Nürnberg. 

 

Gegenwartsgeschichte

Nach der politischen Wende versuchten viele Vereine ihre alten Namen wieder anzunehmen. In Schleiz gelang das nicht. Der FC Reuß wurde nicht wieder zum Leben erweckt.

Der neue Verein, der FSV Schleiz wurde gegründet. Mit Gerd Bürger hatte man einen kompetenten Trainer in seinen Reihen, Co-Trainer blieb M. Wyrobczyk. So kam es 1990 zum Aufstieg in die Bezirksliga. Hier belegte man stets Spitzenplätze. 

1995 kam es noch einmal zu einem kleinen Rückschlag. G. Bürger schied aus beruflichen Gründen aus und der Aufstieg in die neu gegründete Landesklasse wurde verfehlt. Die ersten 7 Plätze, die zum Aufstieg berechtigten, wurden verfehlt.

Nach Enttäuschung und Ärger kam es aber 1996 zu einem weiteren neuen Anlauf, der mit dem Aufstieg belohnt wurde.  Man spielte in der 2. Höchsten Thüringer Spielklasse, der Landesklasse.

Zu dieser Zeit hatte auch die Fanbewegung unter dem Organisator M. Limmer großen Zulauf. Der Fanklub Bimmelbahn e.V. unterstütze die Spieler zu Heim und Auswärtsspielen lautstark.

2005 kam es dann zum Abstieg aus der Landesklasse Ost. 40 Punkte reichten nicht zum Klassenerhalt. Abstiegsregelungen bis in die Oberliga, aber auch eigene Schusseligkeit lies den Traum des Klassenerhalts zerplatzen wie eine Seifenblase.

Seitdem spielt man mit guten Ergebnissen in der Bezirksliga mit, ist stets bestrebt den Aufstieg zu schaffen. Nach dem großen Aderlass, bei dem 8 Aktive inklusive Trainer der 1. Mannschaft die kalte Schulter zeigten, versucht man durch eine hervorragende Nachwuchsarbeit, dies zu kompensieren.

 In der Saison 2009/10 steht man sehr gut da und überwintert auf dem 1. Tabellenplatz. Der Aufstieg ist  ein greifbares Ziel, wenn man so weiterarbeitet wie bisher und der Schleizer Fußballjugend weiterhin das Vertrauen schenkt.

Seit dem diesjährigen Spieljahr befindet sich die 2. Herrenmannschaft um Spielertrainer M. Limmer wieder in der 1. Kreisliga. Sie schafften in der Saison 2008/09 den Wiederaufstieg und setzen sich dort im Mittelfeld fest. Wie die 1. Vertretung lebt auch die 2. Mannschaft von der soliden Nachwuchsausbildung, welche die ökonomische Basis des Vereins bildet.